Tag 12, von Steinhausen nach Bad Waldsee (23 km)

Positiv überrascht waren wir gestern vom Gasthof „Zur Linde“, der zu den ältesten Wirtshäusern Oberschwabens zählt. Die Gaststube inkl. Biergarten waren urgemütlich und das Doppelzimmer im ultramodernen Neubau gleich nebenan ließ wirklich keine Wünsche offen und kann man nur empfehlen. Die Küche interpretiert regionale Klassiker neu und ist über die Grenzen weit bekannt. Wir folgten den Empfehlungen des Küchenchefs, wählten Saiblingsfilet mit Thymiankruste, sowie Rehkeule mit Schmorwirsing und Laugenknödel und waren restlos begeistert. Der süffige Rotwein vom Kaiserstuhl passte perfekt und der zweiten Schoppen davon brachte schnell die nötige Bettschwere.
Nach dem Frühstück sattelten wir unsere Rucksäcke und machten uns bei herrlichem Wanderwetter auf den Weg. Der Feldweg führt uns gleich zum Wald und zum Franzosengrab, dass an eine Schlacht zwischen Frankreich und Österreich während des Dreißigjährigen Krieges erinnert. Weiter geht’s auf einem Graspfad entlang des Waldes und dann die nächsten Kilometer auf einem Pfad durch den herrlichen Buchen- und Eichenwald. Anscheinend entwickeln wir mittlerweile einen würzigen „Moschusduft“, denn heute ziehen wir die Wildtiere magisch an. Das gibt uns schon zu denken, denn erst springt wenige Meter vor Gabi ein junges Reh auf und rennt panisch um uns herum und später sehen wir immer wieder Rehe und Feldhasen.
Gegen 10.00 Uhr erreichen wir Winterstettenstadt und können unser Glück gar nicht fassen. Es gibt in dem Dörfchen eine winzige Bäckerei und die muss natürlich mit unserem 2. Frühstück unterstützt werden. Der Kaffee ist frisch gebrüht, die süßen Teilchen sind klasse und so laufen wir gestärkt Richtung Oberessenbach. Die Stärkung war auch dringend nötig, denn es geht erst richtig steil hoch zur Burgruine und dann mutig mitten durch eine Jungbullenweide. Die nächsten 2,5 Stunden durch den herrlichen Mischwald sind zwar anstrengend, aber super schön zu laufen. Immerzu geht es bergauf und bergab, vorbei an kleinen Seen und Tümpel und kurz vor Oberessenbach stoßen wir auf die kleine Waldkapelle „St. Aegidius“, die sogar einen eigenen Pilgerstempel hat. Bergab geht’s ins Dorf und zur Kirche, wo wir Mittagsrast halten und unsere Brote futtern. So schön bis jetzt der Weg war, so ätzend sind wieder die nächsten Kilometer auf Teerstraßen bis nach Eberhardzell. Gleich hinter dem Ort geht’s hinauf und in den Wald bzw. entlang von Kuhweiden nach Mattenhaus an die B 30. Zum Glück verläuft der Jakobsweg nicht lange entlang der Bundesstraße und wir biegen wieder auf einen Graspfad Richtung Wald und schlagen uns dann auf einem Waldpfad durchs Unterholz nach Bad Waldsee. Bis ins Stadtzentrum zieht sich der Weg aber noch wir Kaugummi, die Doppeltürme der Stiftskirche wollen einfach nicht näher kommen und so erreichen wir erst gegen 15.30 unsere heutige Herberge, dass Hotel „Grüner Baum“.

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Felix

Jetzt habt ihr es fast geschafft – Wahnsinn! 🙂
Noch viel Kraft auf den letzten Kilometern.
Liebe Grüße aus Bamberg.
Bis bald Felix