Tag 11, von Äpfingen nach Steinhausen (25 km)

Fam. Hepp war gestern nicht zu Hause und so standen wir erstmal eine zeitlang vor verschlossener Tür, bis wir den kleinen Zettel mit Handynummer hinter der Klingelanlage fanden. Ein kurzer Anruf und schon fanden wir den Haustürschlüssel im Blumentopf standen wenig später in unserem Doppelzimmer. Unsere Herbergsfamilie war wie wir erfuhren auf großer Reise und in der Zeit schmissen Loretta und Gabriele den Laden. Gabriele war der Wirbelwind in der Küche und servierte pünktlich um 18.00 Uhr „geschnetzelte Maultaschen“ mit Zwiebeln und Knoblauch, dazu gab es einen sehr leckeren Gurkensalat. Das Bierchen ließ die trockenen Maultaschen etwas besser flutschen und nachdem wir den tollen Garten, eine Leidenschaft unserer Hausherrin, bewunderten, gab’s noch ein nettes Pläuschen mit Loretta. Gegen 22.00 Uhr war Schicht im Schacht und wir lagen in unseren Betten und hatte eine ruhige Nacht.
Nach leckerem Frühstück mit Rührei machten wir uns kurz nach 8.00 Uhr auf den Weg nach Laupertshausen. Auf einem Betonplattenweg ging’s Richtung Wald und dann durch den prächtigen Mischwald bis kurz vor den Ort. Frühmorgens macht das Laufen durch den Wald einfach Spaß und ist purer Genuss. Die Luft ist kühl und frisch, man riecht feuchte Erde und geschlagenes Holz und so verzeiht man die vielen ungepflegten Gras- und Waldwege. Die Jakobuskirche im Ort wir z.Zt. renoviert und ist leider geschlossen, somit geht’s gleich weiter auf einem Feldweg zu einer Moorsenke und von dort auf einem „Zeckenweg“ erst entlang und dann quer durch den Wald. Als wir endlich den Schotterweg erreichen, heißt es Hosenbeine abklopfen und genau absuchen bevor es weitergeht. Mettenberg, dass wir kurze Zeit später erreichen, bietet nicht gerade viel und auch hier ist die Pfarrkirche St. Alban verschlossen. Auf und ab wandern wir jetzt durch die Flur, meist an Wiesen und Äckern entlang und so erreichen wir nach 4 Kilometern Biberach an der Riß. Durch Wohngebiete geht’s steil hinunter durch das Ulmer Tor ins Stadtzentrum und zum historischen Marktplatz, der zu einem der Schönsten in ganz Süddeutschland zählt. Hier steht auch die dreischiffige gotische Basilika St. Martin, der wir einen längeren Besuch abstatten. Leider gibt’s dort keinen Pilgerstempel und nach einem kleinen Stadtbummel gönnen wir uns einen dicken Eisbecher bei „Gino&Vanessa“. So schön es auch in Biberach ist, wir müssen weiter. Noch sind 13 Kilometer zu laufen und so marschieren wir an der Stadthalle und dem „Weißen Turm“ vorbei stadtauswärts ins romantische Wolfental. Am Wolfentalbach geht’s auf einem Schotterweg immer geradeaus bis zur stillgelegten Mühle und weiter nach Reute. Das kleine Dorf hat mal wieder „nix“ und so halten wir in einem Bushäuschen Siesta. Mittlerweile hat es 27 Grad, kein Lüftchen weht und da tut jede Pause gut. Bergauf geht’s auf der Kreisstraße aus dem Dorf, bevor uns ein Graspfad in den Wald führt. Hier ist es schön schattig, aus dem Graspfad wird ein Waldweg und so kommen wir gut voran. Auf einer kleinen Waldlichtung sehen wir sogar ein Reh, dass sich von uns Pilgern gar nicht stören lässt. Eine zeitlang beobachten wir das Reh, dann aber geht’s weiter bergauf Richtung Grodt und am Feldkreuz haben wir eine fantastische Weitsicht. In der Ferne kann man die Alpenkette erkennen und unser Zielort ist auch nicht mehr weit. Das spornt an und nach einem netten Pläuschchen mit einem älteren E-Biker laufen wir hinab nach Grodt und Muttersweiler. Die kleinen Kapelle St. Bartholomäus am Weg ist offen und nach einem kurzen Besuch marschieren wir weiter nach Steinhausen. Die prächtige Wallfahrtskirche St. Peter und Paul sieht man schon von weitem und auch der Jakobsweg führt entlang von Maisfeldern direkt zur Kirche und noch besser zum gegenüberliegenden Gasthof Zur Linde, unserem heutigen Nachtquartier.

 

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