Tag 10, von Oberdischingen nach Äpfingen (27 km)

Da wir gestern die einzigen Pilger im Cursillo-Haus waren, hatten wir nach einer kleinen Einweisung und der „Schlüsselübergabe“ von Lorenz das ganze Haus für uns alleine. Das Doppelzimmer war picobello sauber und zweckmäßig ausgestattet, die Dusche auf dem Flur 1a.
Am Abend ging’s ins einzige noch offene „Lokal“ in Oberdischingen namens „Bräustüble“, dass seine Monopolstellung gnadenlos ausnutzt. Die verräucherte Wirtsstube macht nicht grad den besten Eindruck, wir waren die einzigen Gäste und die Speisekarte bestand gerade mal aus 4 Schnitzelvariationen und wir entschieden uns für „Wiener Art“. Die Kinderportion Fleisch mit der Handvoll Pommes die uns später serviert wurde, war nicht gerade eine Meisterleistung und so machten wir uns sofort nach dem ersten Bierchen auf den Heimweg und lagen relativ zeitig in den Betten. Herrlicher Kaffeeduft weckte uns am Morgen und Lorenz bereitete uns ein gutes Frühstück mit allerlei Wurst, Käse und Marmelade. Gratis gab’s noch ein paar Tips für die heutige Etappe und gegen 8.30 machten wir uns auf den Weg nach Ersingen. Noch einmal laufen wir an der schmücken Häuserzeile im französisch-barocken Mansardenstil und der Kirche mit ihrem Kuppelbau vorbei, bevor es wenig später am Klärwerk vorbei und dann auf einem klitschnassen Grasweg zum Rad-und Fußweg weitergeht. Wir überqueren die Donau und erreichen Ersingen mit seiner spätgotischen Barockkirche, die leider verschlossen ist. Die nächsten Kilometer nach Rißtissen verlaufen ausschließlich auf einem asphaltierten Fußweg entlang der Kreisstraße und gehen ganz schön in die Beine. In Rißtissen ist mal wieder tote Hose, kein Bäcker oder Metzger geschweige denn ein Gasthaus oder ähnliches und so machen wir eine kurze Rast an der Pfarrkirche und bewundern das schmucke Schloss der Freiherren Schenk von Stauffenberg. Die Wegmarkierung ist auch heute wieder bescheiden und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Kurz vorm Golfplatz biegen wir falsch ab und stehen später mitten im Niemandsland. Handyempfang Fehlanzeige und so geht’s 2 Kilometer zurück zum Golfplatz. Die Golfer die wir fragen sind keine wirkliche Hilfe und so laufen wir bis zur Kreisstraße zurück und an ihr bis nach Untersulmetingen weiter. Auch dort gibt’s keine Einkehrmöglichkeit, der Bäcker macht Betriebsurlaub und somit findet unsere Mittagsrast auf den Treppenstufen der alten Grundschule statt. Die belegten Brote sind schnell verputzt und weiter geht’s auf Teersträßchen nach Obersulmetingen und nach dem Neubaugebiet auf einem Feldweg entlang von Maisfeldern nach Schemmerberg. Der Wiesenweg hoch zur Kirche ist richtig steil und lässt uns ganz schön ins Schwitzen kommen. In der kath. Kirche St. Martin gibt’s den bis jetzt schönsten Pilgerstempel und gleich daneben auf dem Kirchberg eine kleine Ruhebank mit herrlicher Aussicht auf die Donauwälder, die wir sofort in Beschlag nehmen und rasten. Zum Fluss Riß und zum Bahnhof kommen wir noch ohne Probleme, aber dann ist Straße und Camino auf Grund von Bauarbeiten komplett gesperrt. Der ausgeschilderte Umweg bedeutet Mehrkilometer ohne Ende, also gibt’s nur eins: Ab durch die Baustelle, vorbei an verdutzt schauenden Straßenarbeitern und Baggerführern. Der „Mut“ hat sich gelohnt, denn ohne größere „Blessuren“ erreichen wir die Schrebergärten und den abzweigenden Waldweg nach Äpfingen. Die mehr als 5 Kilometer durch das Ried sind traumhaft, es soll hier lt. den Infotafeln seltene Vogelarten wie Gelbspötter, Trauerschnäpper, Sommergoldhähnchen und Wiedehopf geben, und das Wandern unter den Baumalleen entschädigt für die vielen Mehrkilometer. Gegen 16.00 Uhr erreichen wir unser heutiges Privatquartier bei Fam. Hepp und freuen uns auf einen schönen Abend mit unserer Hausherrin, die eine begeisterte Pilgerin ist und sicherlich viel zu erzählen hat.

 

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Jana

Na ihr Pilgerbrüder 🙂
Jetzt habt ihrs bald geschafft 🥳 Ein Ende ist in Sicht – mit vernünftigen Cappuccino, Mama.😄
Ich bin wahnsinnig stolz auf euch, vor allem wir ihr das durchzieht und euch auch bei miesem Wetter nicht unterkriegen lasst. Wahre Pilger – bei schönem Wetter kann ja jeder ☔😉
Haltet durch! – über die Hälfte liegt schon hinter euch – jetzt macht Abbrechen auch keinen Sinn mehr. 😉
Viel Kraft und vor allem wenig Blasen auf den letzten Kilometern.
Freu mich auf euch.
Hab euch lieb!
Jana:)