Tag 5, von Hohenstadt nach Böbingen a.d.Rems (16 km)

Zum Glück ließ der Starkregen gestern gegen 17.30 Uhr nach und so konnten wir noch das schwäbische Schmuckstück, die Schloß- und Wallfahrtskirche Hohenstadt besuchen. Beeindruckend ist die im Inneren vollständig in Weiß gehaltene barocke Kirche, reiche Stuckaturen schmücken Wände und Decken und im Chorraum liegt die Familiengruft der Grafen Adelmann und Adelmannsfelden. Das nebenan gelegene Schloß ist nicht zu besichtigen und der Schloßgarten, er zählt zu den ältesten geometrischen Heckengärten Europas, war leider wegen „Corona“ geschlossen. Nach dem Rundgang war es Zeit fürs Abendessen. Das kurz vorher in der Dorfmetzgerei gekaufte Fertiggulasch und die Spätzle wurden in unserer kleinen Küche fix heißgerührt und schmeckten dann auch richtig lecker.
Nach einem spartanischen Frühstück ging’s nochmal kurz in die Schloßkirche um unsere Pilgerpässe abzustempeln und dann aus dem Dorf hinaus Richtung Börrat. Auf der Flurstraße geht’s entlang Maisfelder und Wiesen in den kleinen Weiler, wo uns gleich ein dicker Bernhardiner freudig mit lautem Gebell begrüßt. „Der will ja nur spielen“, sagen wir uns und laufen mutig an dem Koloss vorbei. Kaum aus dem Dorf sehen wir schon überall die Warnschilder, die auf den Eichenprozessionsspinner hinweisen und uns die nächsten Kilometer am und im Wald begleiten. Bei den Klotzhöfen besuchen wir die kleine Jakobuskapelle und halten kurz inne. Hier finden wir auch die erste Stele mit Meditationstext, weitere finden wir immer wieder bis kurz vor Heuchlingen. So schön die Landschaft hier auch ist, dass stetige Laufen auf den geteerten Flurstraße geht ganz schön in die Beine und bald geht’s durch Felder und einem Wäldchen hinab ins Leintal und nach Heuchlingen. Nach einem kurzen Abstecher zur Mariengrotte besuchen wir die hoch auf dem Kirchenbühl stehende kath. Pfarrkirche St. Vitus und hören einige Minuten dem Organisten zu, der schon fleißig für den Sonntagsgottesdienst übt. Danach geht’s schnurstracks in die gegenüberliegende Bäckerei. Kuchen und Torten in der Auslage sehen einfach viel zu gut aus und das Stück Johannisbeerkuchen und der Pott Kaffee sind jetzt genau das Richtige für die Pilgerseele. Nach der Rast ging’s zum Mühlsteg und über die Lein Richtung Brackwang. Auf den nächsten Kilometern geht’s stetig bergauf bis zu den Außenhöfen und oben sind wir ganz schön außer Puste. Die Trinkpause ist überfällig und nach einem netten Schwätzchen mit einem Bauern (der auch irgendwann mal nach Santiago laufen will), geht’s auf den „Limesweg“ Richtung Böbingen. Wir überschreiten in einer Rechtskurve den Limes (ehemaliger römischer Grenzwall), Überreste und Grabhügel davon sehen wir noch im Wald und wandern am Braun-, Kraus- und Birkhof vorbei hinunter nach Böbingen. Unser heutiges Hotel ist schnell gefunden und so bleibt später noch Zeit das römische Kastell und die evangelische Michaelskirche zu besuchen.

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Klaus Maschine

Ich wünsche euch weiterhin trockene Tage und schöne Gegend.