Tag 4, von Rosenberg nach Hohenstadt (28 km)

Den gestrigen Nachmittag verbrachten wir mit einem kleinen Bummel durch Rosenberg, besuchten den herrlichen Rosengarten und die katholische Kirche mit dem sehenswerten Flügelaltar. Hier gab´s nach längerer Zeit mal wieder einen sehr schönen Pilgerstempel für unseren Pilgerpass und später in der Dorfbäckerei einen Pot Kaffee mit einem leckeren Stück Zwetschgenkuchen. Gegen 17.00 Uhr machten wir uns auf den Heimweg zurück in den Landgasthof Adler. Schade, dass dieser wunderschöne Gasthof wie auch alle anderen Wirtschaften in Rosenberg keine Gastronomie mehr anbietet und so saßen wir abends auf dem Zimmerbalkon, futterten unsere belegten Brötchen und tranken Flaschenbier.
Die Morgensonne versprach einen schönen Wandertag und der herrlichem Kaffeeduft weckte unsere Lebensgeister. Der reichlich gedeckte Frühstückstisch ließ keine Wünsche offen. Leckerer Aufschnitt, Schinken, Eierspeisen, Konfitüre,  Käse, frische Brötchen und, und, und….. Wir konnten gar nicht alles probieren – schmierten uns aber 2 Stullen für unterwegs, da es bis Wöllstein nichts zu beißen gibt.
Gegen 8.30 Uhr hieß es trotz all den Verlockungen am Frühstückstisch Aufbruch und ging´s bei besten Wanderwetter an einer knienden Pilgerskulptur im Dorf vorbei erstmal hinab ins Tal, dann aber auf einem Fluweg schnurgerade durch den Wald steil hoch auf den Hohenberg. Die letzten Meter sind echt heftig, in Serpentinen kriechen wir die steile Bergwiese hoch und sind mächtig außer Puste, als wir den Gipfel und die bekannte romanische Wallfahrtskirche St. Jakobus erreichen. Der fantastischen Rundblick über die Alb und das Hohenloher Land entschädigt für die Strapazen, aber unsere Trinkpause fällt nur kurz aus, da für den heutigen Nachmittag schwere Gewitter mit Starkregen angesagt sind. Ein Waldpfad bringt uns hinunter zu einer aspahltierten Flurstraße, aber schon nach wenigen Metern biegen wir auf einen Schotterweg ab und pilgern für die nächsten Kilometer durch einen prächtigen Buchen- und Eichenwald. Kein Mensch ist mal wieder unterwegs und so genießen wir die Ruhe und Stille des Waldes, der herrlich nach frisch geschlagenem Holz duftet. Nach einer kleinen Rast an der Steinstaffelhütte geht´s weiter und kommen schließlich zum Wanderparkplatz bei der „Karl-Olga-Linde“. Ab hier sind mal wieder einige Aspahltkilometer angesagt, es geht nach Hüttenhof und weiter am Campingplatz und den vielen kleinen Weihern vorbei in den Wald. Der knackige Anstieg hoch zur Kapelle „Mutter am Wege“ lässt den Pulsmesser kurz in den roten Bereich zittern, danach geht´s aber moderat und weniger anstrengend nach Gaishardt und durch das Örtchen Himmelreich bergab in das Tal der „Blinden Rot“. An der alten Papiermühle nehmen wir die empfohlene Variante des Jakobsweges (Wöllsteiner Kapellenweg), denn diese führt uns auf schönen schattigen Wegen entlang des Flusses bis zur Burkhardsmühle. Ab hier ist Kondition gefragt, kilometerlang geht´s durch den Wald bergauf nach Pommertsweiler geht und hier oben sehen wir die vom Südwesten aufziehende Unwetterfront. Die Mittagspause an der Dorfkirche fällt somit recht kurz aus, denn schon nach knapp einer halben Stunde brechen wir wieder auf und laufen auf Flur- und Wald nach Vorderbüchelberg. In der Ferne hört man das Donnergrollen, die dunkle Regenfront ist nicht zu übersehen und so legen wir einen Zahn zu. Die Kapelle St. Florian lassen wir links liegen, im Stechschritt geht’s auf der historischen Verbindung ins Tal der Kocher. Die ersten Regentropfen fallen und so ist der „Alte Schulweg“ mit seinen Felsstufen im Wald und auf dem Pfad steil hinunter ins Tal glitschig und rutschig. Am Waldrand angekommen sehen wir die auf der Gegenseite des Tales hoch oben thronende Burg bzw. das Schloss von Hohenstadt mit der berühmten Wallfahrtskirche und wissen gleich, dass ist im Trockenen nicht mehr zu schaffen. Wir schaffen gerade noch die Regenkleidung anzuziehen, dann bricht schon das Unwetter los. Es blitzt, donnert und schüttet wie aus Eimern und so klingeln wir beim erstbesten Gehöft und dürfen uns freundlicherweise in der Garage unterstellen. Das Regenradar zeigt für die nächsten 60 -90 Minuten absolut keine Wetterbesserung, aber Jakobus hat ein Einsehen und schickt uns einen supernetten Autofahrer, der uns triefnasse Pilger hoch nach Hohenstadt fährt. Unser Dank ist riesengroß und da er partout nichts annehmen will, gibt’s für seine Kinder auf dem Rücksitz ein „dickes Eisgeld“. Die letzten Meter im strömenden Regen bis zur Pension laufen wir dann gern und nach dem Einchecken geht’s noch schnell zum Metzger, denn auch heute ist wieder „Selbstversorgung“ angesagt.

 

 

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Elli & Heinz

Hallo liebe Gabi, lieber Pilgerbruder Gerd
Ihr seid ja ganz schön tapfer unterwegs. Prima. Die arme Gabi macht ja ganz schön was mit mit dir. Keinen Kuchen und keinen Kaffee auf der Strecke. Gottlob hat es schon am vierten Tage richtig geregnet und so konntet ihr eure Regen Sachen auspacken und testen. Regensachen, an und Ausziehen mehrmals am Tage, haben wir ja schon auf dem Weg nach Santiago geübt. Für morgen wünschen wir euch keinen Starkregen mehr. Wichtig ist es, den Sonnenschein im Herzen zu haben.
Bleibt gesund und genießt viele glückliche Momente.
Liebe Grüße
Heinz und Elli