Alpenüberquerung, Tag 5

Tag 5, von Westendorf nach Neunkirchen

Die anstrengenden Etappen der ersten Tage hinterlassen ihre Spuren und so müssen wir uns heute leider von Angelika verabschieden. Die Arme hat eine schlimme Erkältung mit Fieber, Husten und Schnupfen, an Weiterwandern ist da nicht zu denken und so heißt es „Servus Angelika, komm gut nach Hause und werd schnell gesund“. Auch Gabriel macht einen recht angeschlagenen Eindruck, aber solange ihm Bierchen und Zigaretten noch schmecken, gibt´s keinen Grund zur SorgeJ.                                                                                                                                                          Bei herrlichem Sonnenschein fahren wir nach dem Morgenappell mit dem Landbus zum Mauthäusl des Windautals. Während Andreas uns hier noch vor der Etappe einen musikalischen Morgengruß auf seiner Trompete schmettert (spätestens jetzt sind alle wachJ), gibt´s für uns die letzten Instruktionen vom Bergführer Sepp. Entlang eines rauschenden Gebirgsbaches wandern wir auf einem Forstweg hoch zur Gamskogelhütte.  Der Forst- und Wiesenweg läuft sich gut, die Steigung ist moderat und so kommen wir die nächsten Stunden ohne große Unterbrechungen flott voran. Die Sonnenterasse der Gamskogelhütte wird bei dem herrlichen Wetter gleichmal gestürmt, die resolute Hüttenwirtin ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott ist ne Wucht. Der kleine Schwarze (Mokka) dazu ist genau richtig und nach einem kleinen Mittagsschläfchen machen wir uns wieder auf Richtung Schreiner Bründl. Die nächsten 2 Stunden geht’s teils querfeldein und mit der Hilfe von GPS durchs Gelände steil hoch zum Schreiner Bründl und zur Filzenscharte. Dabei krabbeln wir unter Elektrozäunen hindurch, queren  Almweiden mit neugierigen Kühen bzw. Jungbullen und sind heilfroh als wir den Gipfel erreichen.  Die grandiose Aussicht vom Gipfelkreuz auf die hohen Tauern entschädigt für die Quälerei und nach dem Eintrag ins Gipfelbuch geht´s hinab in ein landschaftlich einzigartiges Hochmoor. Wir passieren kleine Bäche, unzählige Teiche, endlose grüne Matten mit Kriechgehölzen und bei all dieser Schönheit mit dem Kröndlhorn zur Rechten und das gewaltige Gebirgsmassiv der Venediger Gruppe vor uns, verspürt man Dankbarkeit und auch ein wenig Demut. Der schmale Wiesenweg durchs Moor führt uns bergab in´s Trattenbachtal und auf einem Forstweg geht´s zur „Sonntagsalm“, die leider geschlossen hat.  Kaffee und Kuchen fällt somit aus, aber eine Pause brauchen wir nach den vielen Kilometern trotzdem. Schnell wird die Außenbestuhlung der Terrasse geentert, die letzten Krümel aus dem Rucksack verdrückt und in der Sonne gefaulenzt. Die Pause ist mal wieder viel zu kurz, aber nach Neukirchen ist´s noch ein langer Weg und der lange Hatsch zum Zielort ist öde und langweilig. Auf der asphaltierten Flurstraße qualmen schon nach wenigen Minuten die Socken und trotz des herrlichen Blicks auf die Venediger Gruppe sind wir froh, als wir unser Hotel „Venediger Blick“ am Zielort erreichen.

 

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