Tag 24, von Leon nach Hospital de Orbigo (29,8 km)

Nach einer ausgiebigen Siesta mit anschließenden Dehnübungen unserer geschundenen Muskulatur machten wir uns stadtfein und trafen uns beim strömenden Regen mit Pilgerfreunden beim Italiener. Nach „ Spanisch“ war uns heute alle nicht und so war das Restaurant Rigoletto genau die richtige Alternative. Während draußen die Welt unterging und der Regen nur so gegen die Fenster prasselte, saßen wir in der warmen Stube und futterten ofenfrische Pizza, hausgemachte Pasta, leckeren Salat und tranken erst nen guten Roten und später zum Tiramisu einen doppelten Espresso. Pacharan gab’s später noch in der Bar, aber nur einen Kleinen als Absacker, stand heute doch eine lange Etappe auf dem Programm. Nach dem Frühstück nahmen wir wie geplant den Bus bis La Virgen del Camino ( die 7 Kilometer durch das Industriegebiet Leons stadtauswärts sind lt. Führer ätzend und werden nicht empfohlen) und laufen von dort die schöne, aber längere Nebenroute nach Villar de Mazarife. Auf Schotter- und kleinen Flurstraßen gehts erst nach Fresno del Camino und Oncina de la Valdoncina, wo wir Edu und Svenja in der Bar antreffen. Für uns kommt ein 2. Frühstück noch nicht in Frage und so marschieren wir weiter leicht bergauf auf eine mit Büschen und kleinwüchsigen Steineichen bewachsene Hochebene. Die Landschaft ist traumhaft schön, auch wenn es immer wieder mal leicht nieselt und es ist kaum ein Pilger auf der Nebenroute unterwegs. Nach knapp 6 Kilometer erreichen wir erst Chozas de Abajo und auf einer zum Glück kaum befahrenen Asphaltstraße nach 5 weiteren Kilometern Villar de Mazarife. Der Magen knurrt und die Café-Bar „Tio Pepe“ verspricht auf ihrer Karte Leckeres. Uns reicht ein „Ensalada mixta“ und ne Cola und so gehts nach 45 Minuten schon weiter. Die nächsten 10 Kilometer auf einer schnurgeraden Teerstraße sind nichts für schwache Nerven, es herrscht Moskitoalarm. Es ist drückend warm, Sonne wechselt sich immer wieder mit leichtem Nieselregen ab und so sind alle Stechmücken Spaniens scharf auf stramme Pilgerwaden. Ziemlich zerstochen erreichen wir Villavante und reiben uns etwas verwundert die Augen. Die angebliche Bar existiert nicht mehr und so bleibt uns nichts anderes übrig, als mit trockenen Kehlen Richtung Zielort aufzubrechen. Entlang von Mais- und Kohlfeldern gehts auf Schotterwegen nach Hospital de Orbigo, dass wir gegen 16:30 leicht dehydriert erreichen. Zum Glück ist die Bar „Judel“ gleich neben der beeindruckenden alten römischen Brücke, die Fassbier anbietet und dazu Patatas Bravas reicht. Herz was willst du mehr und schon sind all die Strapazen vergessen.

 

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