Tag 5, von Hirschhorn nach Altötting (23km)

Bei der gestrigen Nachmittagshitze von 33 Grad reichte es nur noch zu einem Kurzbesuch der spätgotischen Pfarrkirche St. Rupertus, die erhaben über Hirschhorn thront. Danach gab’s ne ausgedehnte Siesta und so gegen 19.00 Uhr ließen wir uns im Biergarten vom Freilinger mit der guten Wirtshausküche („Schwabenpfännle“ mit Röstzwiebeln und Spätzle) verwöhnen. Der Biergarten war rappelvoll, die Stimmung bestens und so ging’s erst gegen 21.30 Uhr auf’s Zimmer. Die Weizenbiere sorgten für die nötige Bettschwere und so schliefen wir tief und fest.
Frühmorgens um 6.00 Uhr klingelte heute schon auf Grund der angekündigten Temperaturen um die 30 Grad der Wecker und so sitzen wir schon kurz vor 7.00 Uhr beim Frühstück und sind wenig später Richtung Mitterskirchen unterwegs. Der Himmel ist strahlend blau, kein Wölkchen am Himmel und schon jetzt steht bei 24 Grad die Luft. Leider führt uns auch heute der Jakobsweg fast nur auf Asphaltstraßen bzw. geteerten Rad/Flurwegen und so erreichen wir schnell den Ortsanfang von Mitterskirchen, wo uns ein Bauer belustigt nach unseren Sünden fragt. „Wer bei so einer Hitze läuft, der hat was verbrochen und muss Buße tun“ gibt er uns mit einem Augenzwinkern mit und schon geht’s wenig später heftig bergauf nach Atzberg. Die kleine Kirche am Rande des Weges ist leider verschlossen, aber zumindest weht hier ein kleines Lüftchen und so sind die nächsten Kilometer bis Eggersbach gut zu laufen. Dann heißt es erstmal tief durchatmen, den der Anstieg hoch nach Hirtl hat mindestens 20 %. Langsam und bedächtig quälen wir uns den Berg hoch und oben am Reitstall gibt’s ne lange Trinkpause und ein kleines Schätzchen mit dem Bauern. Es sind sogar 24 % Steigung wie wir erfahren und hügelig geht’s auch gleich weiter nach Hölzlwimm und kommen dann nach Steinhausen. Um die hiesige Kirche St. Leonhard von Limoges ist eine Eisenkette gespannt, denn der Legende nach nahm der Hl. Leonardus schuldigen und unschuldigen Gefangenen die Ketten ab. Außerdem ist er noch der Schutzpatron der Nutz-/Arbeitstiere (die früher ja auch Ketten trugen). Weiter geht’s entlang von Wiesen und Getreidefeldern bergauf und bergab bis Reischach, wo wir erstmal eine Apotheke aufsuchen. Gabi hat leider viel zu spät bei ihren aufkommenden Blasen reagiert und trotz Blasenpflaster Schmerzen. Da hilft bekanntlich Voltaren und so geht’s nach dem Kauf erstmal zum Bäcker, wo wir uns eine Pefferbrezel und ne eiskalte Cola gönnen. Nach der kleinen Rast besuchen wir die kleine Kirche St. Anton von Padua , füllen an einem Trinkbrunnen unsere Wasserflaschen auf und marschieren weiter auf dem Inntal-Radweg Richtung Inn. Was jetzt jedoch kommt, hat mit Jakobsweg nicht viel zu tun und das bestätigen sogar die Einheimischen !!!! Die nächsten Kilometer direkt neben der B588 sind eine Zumutung, ein Brummi nach dem anderen saust im Höllentempo an uns vorbei, es stinkt in dem engen Tal nach Abgasen und der LKW-Lärm ist der Wahnsinn. Mehr als eine Stunde geht das so, bis wir endlich links Richtung Marktl abbiegen, den Reischachbach überqueren und – man mag es kaum glauben – einen kleinen Pfad hinunter zum Inn folgen. Hier folgen wir dem schönen und nicht geteerten !!!
Inntal-Radweg, der entlang des Inns und unter schattenspendenden Bäumen läuft, bis nach Neuötting. Mittlerweile ist es Mittagszeit, der Magen knurrt und so kommt uns der Italiener gleich hinter der Innbrücke gerade recht. Der Biergarten ist einladend und schattig, fast alle Plätze sind belegt und so gibt’s im „RistoranteTeramo“ leckere Spagetti Bollo. Die Mittagsrast fällt etwas länger aus wie geplant, aber letztendlich machen wir uns doch auf die letzten 3 Kilometer nach Altötting. Die Hitze ist jetzt heftig, die Anzeige einer Apotheke zeigt 33 Grad und so dauert es doch eine Weile bis wir auf dem Kapellenplatz in Altötting stehen, wo auch unser heutiges Quartier liegt. Geplant ist für heute jedenfalls noch der Besuch der Gnadenkapelle und der Stiftskirche, ob wir das Museum „Panorama“ noch schaffen werdet ihr morgen erfahren.

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