Alpenüberquerung, Tag 3

von Walchsee über Kufstein zur Kaindlhütte

Der morgendliche Blick aus dem Fenster lässt unser Wanderherz sofort höher schlagenJ. Weißblauer Himmel, die Sonne strahlt und so geht´s nach einem guten Frühstück erst mal mit dem Regio-Bus bis nach Kufstein, wo die heutige Wanderetappe beginnt. Andreas begrüßt Bergführer Sepp noch schnell mit einem Trompetensolo, der uns ab heute begleitet und sicherlich eine willkommene Verstärkung ist.  Seine Aufgabe ist es, uns über die kommenden Berge zu tragen und wir wollen mal hoffen, dass das auch klapptJ. Noch sind alle bester Laune, die 321 Stufen des Sparchenstieges hoch ins Kaisertal sind zwar anstrengend und lassen den Pulsmesser ganz schön zittern, sind aber nicht wirklich ein Problem (auch wenn manche ganz schön pumpenJ). Das Wandern im Kaisertal selbst, mit dem herrlichen Blick auf den Zahmen und Wilden Kaiser, ist bei dem Traumwetter einfach ein Erlebnis. Die Bilderbuchkulisse mit Bergen, Kuhweiden und Wäldern entschädigen für das Sauwetter der ersten Tage und so schmeckt das erste Weißbier auf der Terrasse des Pfandlhofs gleich doppelt gut. Leider ist für ne zweite Weiße (natürlich alkoholfrei)keine Zeit, denn Bergführer Sepp mahnt zum Aufbruch. Bis jetzt haben wir gerade mal erst ein Drittel der Strecke geschafft, die Herausforderungen und Anstrengungen kommen erst noch und so wandern wir kurze Zeit später auf einem schönen Wiesenweg entlang des Kaiserbaches immer leicht bergauf Richtung Stripsenjoch. Nach dem durchqueren des Straßwalchgraben geht´s steil auf einem kaum vorhandenen Waldpfad bergauf Richtung Bettlersteig. Steine, Wurzeln, ausgesetzte Stellen erfordern unser ganzes Können und setzten uns ganz schön zu. Abwechslung und etwas Zeit zum Luft holen bringt meistens der „Stau“ an den kleinen Wasserläufen, wo das Überbrücken auf den schmalen Balken teilweise abenteuerlich ist und Zeit kostet. Nach mehr als einer Stunde erreichen wir ausgepumpt und schweißgebadet eine sonnige Lichtung und legen erst mal eine Pause an der dortigen Jagdhütte ein. Bergkäse und Salami schmecken nach der Anstrengung gleich doppelt gut, ein wohlverdientes Nickerchen folgt und nach einer Stunde wandern wir mit neuen Kräften Richtung Bettlersteig (ca. 850 Höhenmetern). Der Steig ist auf Grund des langen und kalten Winter ausgewaschen und der viele Regen hat merklich seine Spuren hinterlassen. Seit kurzem ist der Bettlersteig erst wieder freigegeben und so überqueren wir erst auf schmalen Balken immer wieder kleine Wasserläufe und steigen bzw. klettern dann, teilweise auch auf Leitern,  mühsam bis zum Sattel hoch. Oben angekommen heißt es erst mal Luft holen, verschnaufen und dabei den herrlichen Ausblick ins Inntal genießen. Gemütlich wandern wir anschließend über Almwiesen zum heutigen Etappenziel der Kaindlhütte, wo uns der Hüttenwirt schon sehnsüchtig erwartet und gleichmal die Betten bzw. Kammern zuteilt, Duschmarken erklärt und Abendessen ordert. Nachdem alles erledigt und geklärt ist, relaxen wir auf der Terrasse beim ersten Feierabendbierchen, genießen die Abendsonne und sind gespannt auf die Kochkünste und die Alpenmakkaroni des Hüttenwirtes.

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