Alpenüberquerung, Tag 1

Von Prien nach Sachrang

Der Großteil der „Alpinisten“ traf sich am Vorabend auf der Fraueninsel und lauschte beim Inselwirt gebannt dem Vortrag Dr. Hildebrandts zur geplanten Alpenüberquerung. Die Wetterprognose der nächsten Tage klang zwar nicht gerade berauschend, aber unsere Vorfreude war groß und so ließen wir uns die geschmorten Ochsenbacken mit Selleriestampf zum Abendessen auch schmecken. Der Rotwein sorgte für die nötigen Bettschwere und so ging´s relativ zeitig ins Bett. Am nächsten Morgen versprachen die heranziehenden dunklen Regenwolken nicht wirklich Gutes und so schipperten wir nach einem ausgiebigen Frühstück rüber nach Prien und fuhren dann mit der Chiemgau-Bahn weiter nach Aschau. Na, die ersten Kilometer waren somit schon mal geschafftJ. Der Besuch der dortigen kath. Pfarrkirche St. Michael fiel relativ kurz aus, aber wenn Maestro und Kochlegende Heinz Winkler ruft, ist Pünktlichkeit natürlich PflichtJ.  Die kleine Führung in diesem luxuriösen Gourmettempel konnte man sich eigentlich schenken, der erhoffte Imbiss fand auch nicht statt und so machten wir uns kurze Zeit später auf den Weg nach Sachrang. Moderat ging´s noch Richtung Schloss Hohenaschau, dann aber führt uns ein steiler Waldweg in Serpentinen hoch zur Elland Alm. Der Regen wird nun immer stärker und in der urigen Alm gibt´s die erste wohlverdiente Jause. Speck, Bergkäse und der hausgebackene Kuchen schmecken erstklassig und nach der kleinen „Zwischenmahlzeit“ geht´s wieder hinaus in den strömenden Regen Richtung Klausenberg. Petrus hat wirklich kein Erbarmen, es schüttet aus allen Eimern und die Moral sinkt bei vielen spürbar. Der steile Pfad oder besser gesagt die Wasserrinne führt über Stock und Stein immer weiter hoch, unzählige Kuhfladen entpuppen sich als eklige Tretminen und die Kälte sowie der mittlerweile einsetzende Nebel setzt vielen zu. Auf dem schmalen Kammweg Richtung Gipfel heißt es erst mal sammeln und durchzählen. Die Nebelsuppe wird immer dicker, dazu spürt man mittlerweile eine gewisse Orientierungslosigkeit bei unseren „Bergführern“ und als noch ein Klettersteig erwähnt wird, fangen die ersten Diskusionen an. Letztendlich steigen wir wild durch offenes Gelände ab, erreichen nach einer gefühlten Ewigkeit eine Forststraße und schleppen uns mit letzten Kräften nach Sachrang. Gegen Abend und viel später als geplant erreichen wir unseren Gasthof „Zur Post“, wo zum Glück schon eine heiße Dusche und eine warme Wirtstube auf uns warten.

 

 

 

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