Tag 3, von Bayerbach nach Postmünster -Lang (25 km)

Im lauschigen Biergarten unserer Unterkunft „Zur Mühle“ hätten wir am gestrigen Abend noch stundenlang sitzen können, aber da um 21.00 Uhr das EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich übertragen wurde, waren wir pünktlich zum Anstoß auf dem Zimmer. Vorher gab’s noch ein leckeres Abendessen ( gegrillter Zander auf Ratatouille mit Rosmarinkartoffeln ), dazu 2 Schoppen Weißburgunder und damit konnten wir Hummels Eigentor ganz „entspannt“ genießen. Gleich nach dem Spiel war aber Schicht im Schacht und wir hatten eine ruhige Nacht.
Pünktlich um 6.30 Uhr hieß es dann aufstehen, duschen und Rucksack packen. Der Blick vom Balkon verspricht herrliches Kaiserwetter, die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel und dazu gibt’s vom Wetterdienst nicht gerade pilgerfreundliche Temperaturen um die 30 Grad. D.h. für uns ein schnelles Frühstück und so machen wir uns schon gegen 7.45 Uhr machen auf den Weg nach Bad Birnbach. Vorbei am Bahnhof und Campingplatz laufen wir auf Asphalt- bzw. Schotterwegen entlang von Wiesen und Maisfeldern nach St. Veit und Luderbach. Gleich hinter dem Bach geht’s bergauf und weiter nach Edmühle, wo uns eine ortskundige Wanderin eine Alternative bis Untertattenbach vorschlägt. Wir kommen zwar nicht in die Ortsmitte von Bad Birnbach, laufen aber statt auf Asphaltstraßen auf einem wunderschönen Feldweg entlang des Flüsschens Rott. So kommen wir trotz der morgendlichen 24 Grad schon flott voran und im winzigen Weiler Mühlham machen wir die erste kleine Pause. Für ein kleines Schwätzchen sorgt der Hofherr des Anwesens, der auch gleich unsere Trinkflaschen mit kühlem Brunnenwasser füllt. Nach ca. 20 Minuten geht’s auf dem geteerten Rad/Wanderweg neben der B 388 weiter und die folgenden Kilometer bis Brombach sind mega-ätzend. Leider ist die Filialkirche St. Jakobus verschlossen und so geht’s auf der Straße entlang von Wiesen, Feldern und Wald nach Degernbach, wo wir kurzerhand einen Bauern auf seinem Traktor anhalten und auf seinem Bock bis kurz vor Pfarrkirchen mitfahren. Während Gabi auf dem „Beifahrer“ mit Jungbauer Thomas ihr Schwätzchen hält, halt ich mich stehend an der Tür fest und das bei Vollgas auf der B 388. Was tut man doch nicht alles für 2 Kilometer weniger Fußmarsch 😜!!! In Pfarrkirchen selbst begeistern uns die schönen alten Bürgerhäuser und das Alte Rathaus (15.-17.Jh.) am Stadtplatz. Der Aufstieg und Besuch der Wallfahrtskirche am Gartlberg schenken wir uns bei den jetzt 30 Grad und suchen dafür lieber ein kleines Café, dass wir wenig später an der Rott auch finden. Der dortige Käsekuchen ist ne Wucht, der Kaffee lecker und unter den Lauben lässt es sich super aushalten. Ne knappe Stunde dauert die Mittagsrast und so marschieren wir kurz nach 13.00 Uhr auf die letzten Kilometer nach Postmünster. Die Sonne knallt jetzt erbarmungslos runter und das Laufen auf den geteerten Flurwegen entlang der Rott wird zur Qual. Jetzt heißt es nur noch ankommen und so marschieren wir stoisch die nächste Stunde bis Postmünster. Die Kirche St. Benedikt dort lassen wir links liegen und so fordert die letzte Steigung von 12 % nochmals alle Kräfte. Oben angekommen sind wir schweißgebadet und so dauern die letzten Meter zu unserem heutigen Quartier, den Ferienhof Lang, ewig.

 

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Sonja & Karl-Heinz Recent comment authors
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Sonja & Karl-Heinz
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Sonja & Karl-Heinz

Hi Gabi&Gerd,
Da habt ihr ja a bisserl gemogelt ( Traktorfahren geht gar nicht für ordentliche Pilger !!! )
Die 2 Kilometer ziehen wir schon mal ab 🙂

Glück auf oder Ahoi
Wir bleiben dran